Stand: 16.07.2016 19:30 Uhr

Tatort-Dreh: Stars des THW Kiel als Statisten

von Frauke Hain

In der Kieler Arena spielt gerade der THW Kiel gegen die Kieler Allstars. Eigentlich ist es ein ganz normales Handballspiel. Die Halle ist voll besetzt und die Fans bejubeln ihre Lieblinge. Auf einmal stürmt ein bewaffneter, schwarz gekleideter Mann über die Tribüne auf das Spielfeld. Die Zuschauer sind zunächst erschrocken. Dann gibt es "Buh"-Rufe, ein gellendes Pfeifkonzert hallt durch die Halle. THW-Maskottchen "Hein Daddel" stellt sich dem Störenfried, der gerade flieht, in den Weg. Die beiden ringen miteinander. Während die Spieler noch ungläubig danebenstehen kommt schon Hilfe: Kommissarin Sarah Brandt verfolgt den Mann durch die Halle und übers Spielfeld.   

Wilde Verfolgungsjagd in Kieler Arena

Produzent: "Die Kieler lieben ihre Stadt"

Diese wilde Verfolgungsjagd ist eine Szene aus dem neuen Kieler Tatort "Borowski und das dunkle Netz", der am 19. März 2017im Ersten gezeigt wird. Der Flüchtige ist ein Verdächtiger. Die Zuschauer in der Kieler Arena und die Handballer vom THW Kiel sind an diesem Handballabend Statisten bei den NDR Dreharbeiten. Im Vorfeld waren sie von Regisseur David Wnendt genau angewiesen worden, was sie wann machen sollten.

Die Idee hatte Produzent Johannes Pollmann. "Wir wussten, dass wir eine atemberaubende Verfolgungsjagd machen wollen, was beim Tatort normalerweise nicht zum Standard gehört", erzählt er. Die Kieler lieben ihre Stadt. Oft würde er hören, warum nicht mal etwas Schönes gezeigt werde. Der THW und seine gute Stube seien der "Stolz der Stadt". Und die Szene sollte an einem Ort spielen, den man so vorher noch nicht erlebt habe. Pollmanns Idee überzeugte den Regisseur, der daraufhin extra das Drehbuch umschrieb. Ursprünglich sollte die Verfolgungsjagd auf einem Schiff spielen.

Die Zeit sitzt dem Film-Team im Nacken

"Die ganze Szene dauert im Film rund fünf Minuten", erzählt Produzent Pollmann. Für die Dreharbeiten hatte das Team dieses Mal nur knapp eine Stunde Zeit. Natürlich musste die Handballszene fiktiv dargestellt werden. Handballer und Fans waren im Juli 2016 für das Abschiedsspiel von Dominik Klein in die Halle gekommen. "Normalerweise braucht man mehr Zeit. Da drehen wir normalerweise einen Vierteltag dran", erklärt er. Die Schwierigkeit sei, alle wichtigen Bilder, die man am Ende braucht, auch zu bekommen in dieser kurzen Zeit. Jetzt könne man noch nicht genau wissen, ob wirklich alle Aufnahmen gelungen sind.

Nationalspieler Patrick Wiencek kurz orientierungslos

Trotzdem ist Pollmann zufrieden mit dem Ablauf, die vier Drehdurchgänge hätten gut funktioniert. "Es ist ganz toll gelaufen. Vor allem haben das Kieler Publikum und die Spieler hinreißend mitgemacht." THW-Nationalspieler Patrick Wiencek war noch nie bei Film-Dreharbeiten dabei. Jetzt plötzlich ist er mit seinen Mannschaftskameraden mittendrin. "Irgendwie war's komisch - keiner wusste so richtig, was wir machen sollten", erzählt Wiencek nach dem Dreh. "Ich war ein bisschen durcheinander. Jeder Deutsche kennt den Tatort. Und das war schon komisch für mich, dass plötzlich hier bei uns der Tatort beim Spiel gedreht wird. Aber es war auf jeden Fall eine schöne Sache." Ein besonderes Erlebnis war die kleine Rolle im Tatort auch für Daniel Pöhlmann, der im Zebrakostüm das THW-Maskottchen "Hein Daddel" ist: "Es war sehr geil. Vor allem als angesagt wurde, dass ich als Maskottchen mitspiele, hat das Publikum ordentlich gejubelt."

"Wir haben noch nie mit 10.000 Zuschauern gedreht"

Auch für den Produzenten und die NDR Redakteurin Sabine Holtgreve war der Dreh beim THW Kiel ein Abenteuer und eine große Herausforderung. "Wir haben noch nie unter solchen Bedingungen mit 10.000 Zuschauern gedreht", erzählt Holtgreve. Und sie lobt vor allem den Einsatz von "Hein Daddel": "Sibel Kekilli war ganz aufgeregt, weil das Maskottchen den zu Verfolgenden so festgehalten hat, dass sie ihn fast bekommen hätte." Das sieht jedoch das Drehbuch nicht vor. Die Verfolgungsjagd endet erst in der Umkleidekabine - mit der Festnahme des Verdächtigen. Das ist aber natürlich nicht das Ende. Patrick Wiencek und Daniel Pöhlmann sind schon gespannt, wie der Fall ausgeht. Und sie sind gespannt, sich im Fernsehen zu sehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 16.07.2016 | 19:30 Uhr

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