Stand: 22.03.2017 20:01 Uhr

Kiel kassiert knappe Hinspiel-Niederlage

von Matthias Heidrich, NDR.de
Kiel hat das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen verloren.

Der THW Kiel muss in der Handball-Champions-League um den Viertelfinaleinzug bangen. Die Schleswig-Holsteiner kassierten am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel eine 24:25 (10:12)-Heimniederlage gegen den Bundesliga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen. Die "Zebras" kämpften, zeigten spielerisch allerdings eine schwache Leistung gegen 50 Minuten lang bärenstarke "Löwen" und werden sich verbessern müssen, wenn sie das Ruder im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Mannheim (19 Uhr) noch einmal herumreißen wollen. Der Sieger des deutschen Duells bekommt es im Viertelfinale mit dem spanischen Meister und Champions-League-Rekordsieger FC Barcelona zu tun. Im vergangenen Jahr hatten die Kieler das Final Four erreicht, dort aber im Halbfinale gegen Veszprém den Kürzeren gezogen. Das diesjährige Endturnier in Köln wird am 3. und 4. Juni ausgespielt.

Weinholds Comeback als Lichtblick

THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 24:25 (10:12)

Tore Kiel: Bilyk (7), Weinhold (5), Ekberg (4), Nilsson (2), Vujin (2), Dissinger (2), Zeitz (1), Dahmke (1)
Löwen: Ekdahl du Rietz (6), Petersson (4), Sigurdsson (4), Schmid (4), Pekeler (4), Guardiola (2), Groetzki (1)
Zuschauer: 9.986

Ohne Spielmacher Domagoj Duvnjak (chronische Überlastung der Patellasehne) und Abwehrchef Rene Toft Hansen (Adduktorenprobleme) fehlten den Kielern zwei ganz entscheidende Akteure. Vor allem "Dules" Qualitäten im Angriff hätten den etwas ideenlos agierenden Schleswig-Holsteinern gut getan. Die Löwen traten hingegen sehr selbstbewusst in der THW-Arena auf und hatten in Andreas Palicka (55 Prozent gehaltene Bälle) den besten Mann auf der Platte. Der Ex-"Zebras"-Torwart hielt überragend und war der Hauptgrund, warum die Mannheimer Mitte der ersten Hälfte mit drei Toren führten (9:6). Auf Kieler Seite übernahm vor allem Nikola Bilyk Verantwortung und trug das Spiel der Gastgeber. Immerhin hatten die THW-Fans in der 20. Minute die Gelegenheit für einen Sonderapplaus, als Steffen Weinhold nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback gab - als Spielgestalter.

Der Nationalspieler konnte den Hausherren zunächst auch keine Durchschlagskraft verleihen. Die Löwen zogen sogar auf vier Tore weg (11:7, 28.). Allerdings gaben den Kielern zwei Lichtblicke kurz vor der Pause etwas Hoffnung. Zunächst jagte Christian Zeitz den Ball zum 10:12 ins Tor der Gäste. Zuvor hatte der Rückraumschütze vier Fahrkarten geworfen. Dann konservierte Niklas Landin mit einer Parade den Zwei-Tore-Rückstand. In der Summe änderte das allerdings nichts daran, dass die "Zebras" verdient hinten lagen.

Kiel kämpft

Die zweite Hälfte war gerade einmal vier Minuten alt, da stand es 11:16 aus Sicht der Kieler. Die Gastgeber versuchten, mit einer 5:1-Deckung Löwen-Spielmacher Andy Schmid aus dem Spiel zu nehmen. Das klappte auch ganz passabel, aber hinter dem vorgezogenen Mann hakte es in der THW-Deckung gewaltig. Die Lücken waren groß und die Löwen nutzten sie konsequent. 13:19 stand es nach 38 Minuten. In der 6:0-Deckung lief es etwas besser. Kämpferisch war den Gastgebern nichts vorzuwerfen. Als die Löwen in der Schlussphase schwächelten, waren die "Zebras" da, kamen drei Minuten vor Schluss wieder ran - 22:23. Trotz Patrick Wienceks Zwei-Minuten-Zeitstrafe ließen die "Zebras" die Mannheimer nicht noch einmal enteilen.

Gislason: "Müssen in der Breite besser werden"

"Der Sieg der Löwen war mit Sicherheit verdient. Aber wir nur mit einem Tor verloren, was uns die Hoffnung erhält, in Mannheim etwas reißen zu können. Wir werden im Rückspiel alles geben. Um weiter zu kommen, müssen wir aber auch in der Breite besser werden", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.03.2017 | 22:40 Uhr