Stand: 20.03.2017 20:51 Uhr

Kommentar: Stendel-Ablösung war notwendig

Clubchef Martin Kind hat bei Hannover 96 Tabula rasa gemacht - und sich damit den Unmut vieler Fans zugezogen. Doch die Ablösung des unerfahrenen Trainers Daniel Stendel war zwingend notwendig und kam gerade noch rechtzeitig, meint Martin Roschitz in seinem Kommentar.

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Martin Roschitz kommentiert den Trainerwechsel an der Leine.

"Kind muss weg!" - die altbekannten Rufe aus der Ultra-Szene werden wieder lauter in Hannover, nachdem der Clubchef Tabula rasa gemacht hat bei 96. Martin Kind, der 72 Jahre alte rastlose Unternehmer, sah sein Projekt Wiederaufstieg in höchstem Maße gefährdet, zog die Notbremse und sich damit den Unmut vieler 96-Fans zu. Die kritisieren vor allem den Umgang mit dem geschassten Trainer Daniel Stendel als würdelos.

Stendel wäre Druck nicht gewachsen gewesen

Skandalös, wie St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen zürnte, ist die Ablösung des unerfahrenen Daniel Stendel allerdings nicht. Sie war sogar zwingend notwendig. Zu mutlos waren die Auftritte der Mannschaft in den vergangenen Wochen, die taktischen Defizite offensichtlich. Dem immensen Druck auf der Zielgeraden wäre der vom A-Jugendcoach zum Profi-Trainer beförderte Stendel nicht gewachsen gewesen. Zumal er durch die wochenlange Trainerdiskussion ohnehin beschädigt war.

Neuordnung gerade noch rechtzeitig

Der mächtige Martin Kind hat sich einmal mehr eingemischt und seinen Club zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt neu geordnet. Zwar auf den letzten Drücker, aber noch rechtzeitig. Pünktlich zur Länderspielpause ist die sportliche Führung nun komplett neu aufgestellt - mit erstklassigem Personal. Manager Horst Heldt und der neue Coach André Breitenreiter haben nun zwei Wochen Zeit bis zum Spiel gegen Union Berlin. Beide haben Bundesliga-Erfahrung und schon auf Schalke zusammengearbeitet. Breitenreiter hat außerdem Stallgeruch und mit Paderborn bewiesen, dass er aufsteigen kann. Neun Spieltage bleiben ihm, um Hannover vom vierten auf einen der Aufstiegsplätze zu führen.

Der Stimmung in der Arena werden Kinds Personalentscheidungen nicht zuträglich sein. Der Stadionbesuch wird für den Clubchef selbst womöglich zum Spießrutenlauf. Am Ende müssen ihm die Fans aber womöglich dankbar sein.

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