Stand: 22.04.2017 19:33 Uhr

4x Kruse: Werder macht die 40 voll

von Johannes Freytag, NDR.de
Max Kruse erzielte erstmals in seiner Bundesliga-Karriere vier Tore in einem Spiel.

Max Kruse hat Werder Bremen im Alleingang zum Klassenerhalt geschossen. Der 29-Jährige erzielte am Sonnabend beim 4:2 (1:1) in Ingolstadt alle vier Treffer für die Hanseaten, die in der Bundesliga zum zehnten Mal in Folge unbesiegt blieben. Werder hat mit nun 42 Punkten den Klassenerhalt sicher und darf endgültig nach oben schauen. Die Grün-Weißen kletterten zumindest bis Sonntag auf den sechsten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde. Matchwinner Kruse war bei NDR 2 beeindruckt, wie der zweimalige Rückstand weggesteckt wurde: "So zurückzukommen, zeigt einfach, wie gut wir momentan drauf sind." Trainer Alexander Nouri kündigte für die nächsten Tage Vertragsgespräche an. "Ich würde gerne weiterarbeiten", sagte der 37-Jährige, dessen Kontrakt ausläuft.

Kruse vom Punkt erfolgreich

30.Spieltag, 22.04.2017 15:30 Uhr

  • FC Ingolstadt
  • 2:4


  • Werder Bremen

Tore: 1:0 Lezcano (32.) 1:1 M. Kruse (45.+1, Foulelfmeter) 2:1 Groß (62., Foulelfmeter) 2:2 M. Kruse (81.) 2:3 M. Kruse (87.) 2:4 M. Kruse (90.+4)
FC Ingolstadt: Hansen - Morales, Roger, Tisserand - Hadergjonaj, Christiansen (75. Hinterseer), Cohen, Leckie - Groß, Kittel - Lezcano (85. Lex)
Werder Bremen: Wiedwald - Veljkovic (67. Gnabry), L. Sané, Moisander - Gebre Selassie, M. Eggestein, Ro. Bauer - Grillitsch (67. Pizarro), F. Kainz (89. Bargfrede) - Bartels, M. Kruse
Zuschauer: 15200

Weitere Daten zum Spiel

Die Frage, wer auf Bremer Seite den gelbgesperrten Zlatko Junuzovic ersetzt, beantwortete Nouri mit Florian Kainz, der im Nordderby das Siegtor gegen den HSV erzielt hatte. Auf der Linksverteidigerposition ersetzte Ex-"Schanzer" Robert Bauer den verletzten Santiago Garcia. Doch der prägende Mann der ersten 45 Minuten war Ingolstadts Marcel Tisserand. Sein wuchtiger Kopfball, den Werder-Keeper Felix Wiedwald auf der Linie festhielt, war die erste gefährliche Torchance der Partie (22.). Zehn Minuten später wurde Tisserand zum Torvorbereiter: Der Franzose spielte von der Mittellinie einen langen Ball auf Dario Lezcano, der von Lamine Sané sträflich allein gelassen worden war. Der Paraguayer, der nicht im Abseits stand, fackelte nach der Brustannahme nicht lange und schoss zum 1:0 für die Bayern ein (32.). Und auch beim letzten Aufreger im ersten Durchgang war Tisserand entscheidend beteiligt, als er den einschussbereiten Fin Bartels im Strafraum zu Fall brachte und Glück hatte, dass er dafür nur Gelb sah. Kruse verwandelte den Foulelfmeter zum 1:1-Pausenstand (45.+1).

Fehlentscheidung sorgt für Ingolstädter Führung

Nach Wiederanpfiff hatte Werder - wie schon zu Beginn der Partie - zunächst mehr vom Spiel. Bartels vergab nach schöner Kombination über Kainz und Kruse den Bremer Führungstreffer (55.). Danach übernahm aber wieder Ingolstadt die Initiative. Almog Cohen vergab zunächst zwei gute Gelegenheiten (58., 60.) und holte dann einen Strafstoß heraus: Nach einem Zweikampf mit Niklas Moisander ging der Israeli zu Boden, eine Berührung lag jedoch nicht vor. Denoch entschied Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) auf Elfmeter, den Pascal Groß sicher verwandelte - 2:1 für Ingolstadt (62.). Zwei Minuten später hätte es tatsächlich Straftoß für den FCI geben müssen, als Sané Lezcano legte - Schmidt verlegte die Aktion fälschlicherweise außerhalb des Strafraums, die zweite Fehlentscheidung.

Kruse zum Zweiten, zum Dritten und zum Vierten

Nouri reagierte und brachte mit Serge Gnabry und Claudio Pizarro zwei frische Offensivkräfte. Das Duo führte sich mit einer guten Kombination ein, doch dem schön freigespielten Peruaner sprang der Ball von den Füßen (76.). Am Ausgleich waren dann aber weder Pizarro noch Gnabry beteiligt. Ingolstadts Keeper Martin Hansen faustete eine Hereingabe von Moisander genau vor die Füße von Kruse, der humorlos und direkt zum 2:2 einschoss (81.). Und der 29-Jährige hatte noch nicht genug: Eine kurze Drehung am Sechzehner, ein satter Schuss in den Winkel - 3:2 für Werder (87.). In der Nachspielzeit schnürte Kruse dann den Viererpack. Wiedwald warf den Ball gedankenschnell auf Bartels, der marschierte über die rechte Seite und bediente den mitgelaufenen Stürmer, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (90.+4).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.04.2017 | 22:50 Uhr