Stand: 14.10.2016 16:37 Uhr

Jasmund: Nationalpark aus Kreide und Wald

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Rügens berühmtester Kreidefelsen, der Königsstuhl, gehört zum dicht bewaldeten Nationalpark.

Weiße Klippen, dichte Buchenwälder und frische Meeresluft prägen die Halbinsel Jasmund im Nordosten von Rügen. Dort - im kleinsten Nationalpark Deutschlands - steht auch das Wahrzeichen der Ostseeinsel: der 118 Meter hohe Königsstuhl. Er ist der berühmteste Vorsprung der Rügener Kreidefelsen und nicht nur bei heutigen Urlaubern ein beliebtes Fotomotiv. Bereits 1818 verewigte der Maler Caspar David Friedrich die Felsen auf einem Gemälde.

Die Kreidefelsenküste Rügens erstreckt sich auf rund fünfzehn Kilometern von Lohme bis Sassnitz und ist Teil des gut 3.000 Hektar großen Nationalparks Jasmund. Die weißen Felsen entstanden vor etwa 70 Millionen Jahren aus kalkhaltigen Schalen, Skeletten und Panzern von Kleinlebewesen. Dies hat zu einem besonders hohen Reinheitsgrad der Jasmunder Kreide geführt. Besonders nach Regenfällen brechen immer wieder Teile der Kreideküste ab. So stürzten etwa 2005 die bekannten Wissower Klinken ab. Besucher sollten vorsichtig sein und mögliche Absperrungen und Warnhinweise genau beachten.

Viele Wege zu den Kreidefelsen

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Eine Bootstour bietet den besten Blick auf die berühmten Kreidefelsen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kreidefelsen zu erreichen und anzuschauen. Von Sassnitz aus können Urlauber auf dem Hochuferweg oberhalb der Abhänge bis zum rund elf Kilometer entfernten Königsstuhl wandern. Der Weg führt an der Victoria-Aussicht vorbei, einer kleinen Plattform, die einen guten Blick auf den Königsstuhl bietet. Von Lohme aus sind es etwa vier Kilometer auf dem Steilküstenweg bis zum Königsstuhl. Wer mit dem Auto anreist, muss es am Parkplatz in Hagen abstellen. Von dort führt ein etwa drei Kilometer langer Weg durch den Wald zum Nationalparkzentrum, das direkt am Königsstuhl liegt. Als bequeme Alternative fahren Pendel-Busse, die von Hagen oder vom Hafen in Sassnitz aus zum Parkzentrum starten.

Auf dem Königsstuhl selbst bietet eine Plattform einen schönen Blick auf die Ostsee. Der Besuch ist kostenpflichtig. Eine lange Holztreppe führt hinab zum Ostseestrand. Vom Königsstuhl aus führt ein Hochuferweg in südlicher Richtung zu den Wissower Klinken.

Wer mag, kann die die Kreideküste auch vom Boot aus oder bei einem Spaziergang am Strand entlang erkunden. Da es immer wieder zu Kreideabbrüchen kommt, ist dabei allerdings vor allem nach längeren Regenfällen Vorsicht geboten. Am besten informiert man sich zuvor beim Nationalparkamt über die aktuelle Lage.

Ausstellung im Nationalparkzentrum Königsstuhl

Über die Entstehung der Kreidefelsen und die Flora und Fauna im Park informiert das Nationalparkzentrum in einer 2.000 Quadratmeter großen multimedialen Ausstellung. Zahlreiche Exponate zum Anfassen und Ausprobieren lassen die Natur lebendig werden, etwa die detailgetreuen Nachbauten zum Thema "Unter der Erde". Dort riecht es nach frischem Boden, echte Mäuse sind unterwegs und wer mag, kann in einen Dachsbau kriechen.

Buchenwälder sind Weltnaturerbe

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28:36 min

Geheimnisvolle Unterwasserwelt: Jasmund

NDR Fernsehen

Die Unterwasserwelt im Nationalpark Jasmund ist nahezu unerforscht. Strikte Auflagen untersagen das Tauchen. Für unser Filmteam wurde eine Ausnahme gemacht. Video (28:36 min)

Neben den Kreidefelsen prägen naturbelassene Buchen den Nationalpark Jasmund. Auf dem kreidigen Untergrund wächst diese Baumart besonders gut. Seit 2011 gehören die Buchenwälder des Parks zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die UNESCO zeichnete sie gemeinsam mit fünf anderen Waldgebieten in Deutschland aus, darunter einem Wald bei Serrahn im Nationalpark Müritz. Von den Wissower Klinken aus führt ein Weg landeinwärts durch den Wald zu einem ehemaligen Gasthaus. Dort entsteht momentan das Welterbeforum Rügen, das künftig ausführlich über die Buchenwälder informieren soll.

Abstecher nach Sassnitz

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Auch am Abend reizvoll: der Hafen von Sassnitz.

Südlich des Nationalparks liegt das Ostseebad Sassnitz. Vom Hafen starten Kutter und Ausflugsschiffe zur Kreideküste und zum Kap Arkona, auch Fahrten zu den Ostseebädern Binz, Sellin und Göhren werden angeboten. Neben dem Hafen lohnt auch die Altstadt einen Besuch. Viele verwinkelte Gassen und die Bäderarchitektur erinnern an die Zeit um 1850, als Sassnitz noch das bekannteste Seebad auf Rügen war.

Spyker: Schloss am See

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Das Schloss am Spykersee überrascht mit seiner roten Fassade.

Am gleichnamigen See im Nordwesten von Jasmund liegt Schloss Spyker - das älteste Schloss auf Rügen und eines der beliebtesten Fotomotive. Im 14. Jahrhundert war es im Besitz einer Stralsunder Patrizierfamilie. 1649 ging der Sitz als Geschenk der Königin Christine von Schweden an den Generalfeldmarschall Karl-Gustav von Wrangel als Dank für seine Verdienste im Dreißigjährigen Krieg über. Er baute die Burg zum heutigen Schloss um und versah es mit dem für Rügen untypischen roten Putz und prachtvollen Stuckdecken. Seit 1990 wird die Anlage als Hotel genutzt.

Tierriesen im Saurierpark

Im kleinen Ort Bobbin nahe dem Schloss Spyker reisen Touristen mehr als 400 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit: Echt aussehende Saurier bevölkern das etwa zehn Hektar große Dinosaurierland. Ein gut einen Kilometer langer Erlebnispfad führt durch den Park und zeigt die Entwicklungsgeschichte der Tiere bis zum Untergang vor rund 65 Millionen Jahren. Zu den 120 ausgestellten Modellen in Originalgröße zählen unter anderem ein Tyrannosaurus Rex, ein Ichtyostega - eines der ersten Tiere an Land -, ein 27 Meter langer Diplodocus und ein fleischfressender Allosaurus. Ein Fossilien-Suchplatz und mehrere Spielplätze ergänzen das Angebot.

Karte: Nationalpark Jasmund auf Rügen
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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hanseblick | 16.10.2016 | 18:00 Uhr

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