Stand: 28.02.2013 10:51 Uhr

Wälderhaus holt den Wald in die Stadt

Fünf Geschosse, eine Holzfassade und viele begrünte Flächen - das Wälderhaus in Hamburg-Wilhelmsburg zieht die Blicke auf sich. Das Gebäude ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung 2013 (IBA) und einmalig im Norden. Bauherrin ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, entworfen hat es der Hamburger Architekt Andreas Heller. Das Wälderhaus steht nur einige Hundert Meter entfernt von der S-Bahn-Station Wilhelmsburg. Es ist Ausstellungsgebäude, umweltpädagogisches Zentrum, Hotel und Restaurant zugleich.

Das Wälderhaus: Nachhaltig bauen mit Holz

Der Wald kommt in die Stadt - mit einer Dauerausstellung

Bild vergrößern
Die Ausstellung zeigt den Lebensraum Wald und seine Bewohner.

Unter dem Motto "Der Wald kommt in die Stadt" hat es sich das Wälderhaus zur Aufgabe gemacht, die Großstädter besser mit dem Ökosystem Wald, seiner Bedeutung für Wasser und Klima und seiner Vielfältigkeit vertraut zu machen. "Wir wollen mit dem Wälderhaus die Themen Wald und Nachhaltigkeit erfahrbar, erlebbar und begreifbar machen. Die Bedeutung des Waldes soll für uns Stadtmenschen sichtbar werden", so Jan Muntendorf, Projektleiter Wälderhaus. Auf zwei Etagen informiert eine Dauerausstellung mit echten Bäumen, präparierten Tieren und Schaukästen über den Wald und seine Bewohner. 80 "Erkundungs-Stationen" zum Thema Holz und Wald, sieben Mikroskope und eine Wald-Wunderkammer laden Erwachsene und Kinder zum Erkunden ein. Eine Besonderheit ist ein Exponat aus Urzeiten: ein 20 Millionen Jahre alter versteinerter Baum.

Viel Holz mit Wärme aus der Erde

Bild vergrößern
Blick in den Barbereich des Wälderhauses. Auch im Inneren des Gebäudes spielt Holz als Baustoff die Hauptrolle.

Nachhaltigkeit ist im Wälderhaus Programm, sowohl was die Wahl des Baustoffs Holz betrifft als auch im energetischen Konzept. Das Restaurant setzt auf regionale Speisen aus ökologischem Anbau und das Hotel geht bei der Ausstattung seiner 82 Zimmer neue Wege - sie sind komplett mit Fichtenholz verkleidet und jeder Raum ist einer Baumart gewidmet.

Während die ersten beiden Etagen aus Brandschutzgründen in Stahlbetonbauweise errichtet und mit Holz verkleidet sind, bestehen die oberen drei Geschosse vollständig aus Massivholz und erreichen Passivhausstandard. Das bedeutet, dass das Haus wegen seiner guten Wärmedämmmung nur sehr wenig zusätzliche Energie zum Heizen benötigt. Diese holt sich das Gebäude über eine Erdwärmepumpe aus dem Boden. Dank Dämmung und effizienter Haustechnik wird das Wälderhaus rund ein Drittel weniger Energie verbrauchen als in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben.

Eine "bewohnte" Fassade

Auffallend ist die amorphe Form des Wälderhauses, die dem Gebäude ein organisches, lebendiges Aussehen verleiht. Bald schon soll nicht nur in das Gebäude selbst, sondern auch in die mit Lärchenholz verkleidete Fassade Leben einziehen: In der Fassade und auf dem Dach gibt es viele begrünte Flächen sowie Schlupflöcher, in denen Vögel Unterschlupf finden können.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.02.2013 | 19:30 Uhr

Mehr Ratgeber

03:23 min

Tipps für einen schönen Blumenkasten

25.05.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
08:09 min

Helgoland, der rote Fels im Meer

24.05.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag