Stand: 20.03.2017 17:49 Uhr

Senvion-Mitarbeiter kämpfen für Standort Husum

"Husum - das Herz von Senvion" steht auf den Plakaten: Nach einer Betriebsversammlung beim Windrad-Bauer Senvion in Husum (Kreis Nordfriesland) haben sich die meisten der knapp 300 Mitarbeiter auf dem Firmen-Parkplatz getroffen. Die Geschäftsführung hatte vor einer Woche angekündigt, das Werk im Husumer Hafen schließen zu wollen und 99 Stellen zu streichen. 120 Service-Mitarbeiter sollen nach Schleswig versetzt werden. Wenn es nach den Betriebsräten, Mitarbeitern und Gewerkschaften geht, dann ist der Standort Husum aber noch lange nicht dicht.

Politik sucht Gespräch mit Senvion

Anstatt die Service-Mitarbeiter zu versetzen, sollte lieber Husum zum Servicestandort werden, sagen die Betriebsräte. Die Hallen, in denen bisher produziert wird, sollten einfach anders genutzt werden. Dort könnten Windradteile zum Beispiel repariert werden, hieß es auf der Kundgebung. Am Dienstag treffen sich im Husumer Rathaus Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), Vertreter von Senvion und Betriebsräte. Das Treffen am vergangenen Donnerstag war laut Husums Bürgermeister Uwe Schmitz (parteilos) frustrierend verlaufen. Auch er nahm an der Kundgebung teil.

Unternehmen setzt auf Einsparungen

Der Windanlagenhersteller machte im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht 65 Millionen Euro Verlust. Deswegen sollen in ganz Schleswig-Holstein etwa 150 Stellen abgebaut werden. "Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4.100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten", sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger. Auch die Standorte in Büdelsdorf und Osterrönfeld (beide Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind betroffen. Laut einem Senvion-Sprecher fallen in Osterrönfeld etwa 50 Arbeitsplätze weg. Was mit den Mitarbeitern geschieht, ist bisher noch unklar.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.03.2017 | 17:00 Uhr

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