Stand: 20.03.2017 13:39 Uhr

Friesenbrücke: Runder Tisch ohne die Ostfriesen

Große Enttäuschung bei den örtlichen Bürgervertretern: Zunächst war für heute ein großer runder Tisch anberaumt worden, der darüber entscheiden soll, wie es mit der zerstörten Friesenbrücke im Landkreis Leer weitergehen soll. Dann wurde er abgesagt. Jetzt soll es doch ein Treffen in kleiner Runde im Verkehrsministerium in Hannover geben. Die Bürgermeister von Weener und Westoverledingen, der Landrat und die IHK Ostfriesland und Papenburg sind hierzu jedoch nicht eingeladen. Das bestätigt Weeners Bürgermeister Ludwig Sonnenburg (parteilos) gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Die Enttäuschung ist groß

"Wir sind enttäuscht, dass wir trotz Zusage nun nicht dabei sein können", sagte Weeners Bürgermeister Ludwig Sonnenberg gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Bei ihrem Treffen bleiben die Vertreter der Deutschen Bahn, der Meyer-Werft und Wirtschaftminister Olaf Lies (SPD) unter sich. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium Enak Ferlemann soll telefonisch zugeschaltet werden.

Diskussion über teuren Neubau

15 Monate ist es her, dass der Frachter "Emsmoon" die geschlossene Friesenbrücke rammte und zerstörte. Seitdem streiten Anwohner, die Deutsche Bahn als Eignerin und die Papenburger Meyer-Werft darüber, ob die Brücke lediglich repariert oder neu gebaut werden soll. Die Bahn will die Brücke reparieren lassen, das Land Niedersachsen wie auch die Meyer-Werft setzen sich für einen Neubau ein. Ihre Argumentation: Zur Überführung neu gebauter Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft und auch zur Anlieferung von Bauteilen von Emden nach Papenburg muss die Friesenbrücke etwa 50 Tage pro Jahr gesperrt werden.

Neue Friesenbrücke - Besserer Bahnverkehr?

Wer übernimmt die Mehrkosten?

Bei den Beratungen im Verkehrsministerium will das Land heute nach Möglichkeiten suchen, wie das Geld zusammenkommen kann. Denn ein Neubau würde bis zu 15 Millionen teurer werden als eine Reparatur. Der Bund hat bereits signalisiert, dass es aus Berlin keine Unterstützung geben wird. Die Versicherung des Schiffes, das die Brücke zerstört hat, deckt lediglich vier Millionen Euro. Die fehlenden 26 Millionen für eine Reparatur übernimmt die Deutsche Bahn, lässt sich das Geld aber vom Land Niedersachsen vorstrecken. Das Land Niedersachsen will 5 Millionen übernehmen. Die Werft will eine Million Euro zuschießen, aus förderrechtlichen Gründen ist eine Beteiligung der Werft wohl aber nur möglich, wenn sie die gesamten 15 Millionen Euro übernimmt.

"Es geht nur noch ums Geld"

Während die Beteiligten noch immer über das Vorgehen im Fall der Friesenbrücke diskutieren, müssen viele Anwohner und Pendler täglich einen Umweg von bis zu 25 Kilometern Länge in Kauf nehmen. Die Brücke ist unpassierbar. Leers Matthias Landrat Grote (SPD) ist sich sicher: "Es geht nur noch ums Geld - aber wir brauchen endlich eine Entscheidung".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.03.2017 | 12:00 Uhr

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