Stand: 21.04.2017 15:30 Uhr

40 tote Schafe im Heidekreis: War es der Wolf?

Mehr als 40 tote Schafe beklagt ein Züchter in Grethem im Heidekreis. Der Grund dafür ist offenbar ein Angriff durch einen Wolf. Das vermutet zumindest Landwirt Stefan Rose. Innerhalb von vier Tagen habe es zwei Attacken auf seine Tiere gegeben, sagte er. Ob es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Wolf handelt, will der für Wolfsrisse zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) noch nicht bestätigen. DNA-Proben würden derzeit untersucht, hieß es dort.

Auf dem Bild ist ein Wolf zu sehen, darüber der Text: "Was tun, wenn Sie einem Wolf begegnen? Tipps vom Umweltministerium"  Fotograf: Lutz Petersen

Was tun, wenn Sie einem Wolf begegnen?

Der Wolf ist nach Niedersachsen zurückgekehrt, doch Begegnungen sind selten. Wölfe sind scheue Tiere. Beachten Sie folgende Tipps, falls Sie es doch mal mit einem zu tun bekommen.

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Totgeburten nach Attacke

Zwei gerissene Tiere hat Züchter Rose nach eigenen Angaben zum ersten Mal am Ostersonnabend entdeckt. Vier Tage später habe er dann wieder fünf tote Schafe entdeckt. Viele weitere hätten eingeschläfert werden müssen, weil sie durch die Attacke zu schwer verletzt gewesen seien. Andere Schafe seien in die Aller, die in unmittelbarer Nähe des Herdenplatzes fließt, gesprungen und ertrunken. Tragende Mutterschafe hätten in der Folge des nächtlichen Angriffs tote Lämmer geboren, so der Bauer. Weil die Herde bei dem Angriff auseinandergetrieben worden sei, vermisse Rose noch immer Tiere.

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Elektronetze kein Hindernis?

Auch wenn die Frage, ob es wirklich ein Wolf gewesen ist, noch nicht geklärt ist, steht für den Schäfer fest: Einige Tiere seien durch einen Kehlbiss verendet. Für Rose sind es die ersten Übergriffe auf seine Schafe. Dabei hätten die Elektronetze um seine Weide unter Strom gestanden. Am Sonntag will der Schäfer mit weiteren Weidetierhaltern aus der Region eine Mahnwache auf dem Deich zwischen Ortschaften Gilten und Norddrebber veranstalten. Außerdem will er im Wohnwagen neben seiner Herde schlafen. Der Protest drückt die Angst vieler Landwirte in Niedersachsen und die Wut vieler Halter aus: Derzeit gibt es rund 80 Wölfe im Land. Nach Angaben des Umweltministeriums in Hannover gab es im vergangenen Jahr 68 eindeutig dem Wolf zugeordnete Fälle mit insgesamt 175 getöteten Tieren, vor allem Schafe, aber auch Rinder.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 21.04.2017 | 15:00 Uhr

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