Stand: 23.04.2017 09:43 Uhr

Bombenräumung: 50.000 Hannoveraner müssen raus

Wegen mutmaßlich mehrerer Bomben-Blindgänger auf einem Betriebsgelände der Üstra steht in Hannover eine der größten Evakuierungen seit 1945 an. Der Verdacht habe sich erhärtet, wie die Stadtverwaltung am Freitagvormittag mitteilte. Rund 50.000 Menschen müssen deshalb am 7. Mai ihre Wohnungen in den Stadtteilen List, Nordstadt und Vahrenwald verlassen. Der Evakuierungsradius in dem dicht bewohnten Gebiet beträgt rund einen Kilometer. Experten des Kampfmittelräumdienstes sollen anschließend die Blindgänger entschärfen.

Polizei kontrolliert Evakuierung

Für die Stadt bedeutet die Räumung einen erheblichen logistischen Aufwand. So müssen Shuttle-Busse und Notunterkünfte für die Betroffenen bereitgestellt werden. Außerdem muss die Polizei kontrollieren, ob sich noch Menschen in den Wohnungen aufhalten - unter anderem per Helikopter.

Mehrsprachige Broschüren zur Räumung

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Blindgänger-Verdacht: Rund 50.000 Menschen müssen am 7. Mai den Sicherheitsbereich in den hannoverschen Stadtteilen List, Nordstadt und Vahrenwald verlassen.

In dem Sicherheitsbereich sind laut Stadtverwaltung sieben Alten- und Pflegeheime von der Evakuierung betroffen. Außerdem müssten unter anderem das Continental-Werk Vahrenwald, die Zentrale Polizeidirektion Hannover, die Polizeiinspektion Ost sowie die Feuer- und Rettungswache 1 geräumt werden. Die Stadtverwaltung kündigte an, ab Sonnabend die betroffenen Haushalte mit mehrsprachigen Broschüren in deutscher, englischer, polnischer, russischer und türkischer Sprache sowie über die Warn-App KATWARN zu informieren.

Bürgertelefon eingerichtet

Nach Angaben der Stadt müssen die betroffenen Anwohner den Sicherheitsbereich am 7. Mai ab 9 Uhr verlassen. Gehbehinderte Menschen können laut Stadtverwaltung unter der Rufnummer (0511) 1 92 22 einen Krankentransport anfordern. Die Stadt bittet die Betroffenen, sich möglichst frühzeitig anzumelden. Für Fragen hat die Stadt ein Bürgertelefon unter der Rufnummer (0800) 7 31 31 31 eingerichtet. Erreichbar ist der Anschluss am 5. Mai von 10 bis 15 Uhr, am 6. Mai von 10 bis 15 Uhr und am 7. Mai von 8 Uhr an.

Rund 50.000 Einwohner betroffen

Luftbilder hatten einen ersten Verdacht auf Weltkriegsbomben auf dem Betriebsgelände in Vahrenwald ergeben. Sondierungsarbeiten am Boden haben den Verdacht bestätigt. Die Verdachtspunkte müssten allerdings geöffnet werden, so ein Stadtsprecher. Erst vor wenigen Wochen war im Stadtteil Seelhorst eine britische Fliegerbombe erfolgreich entschärft worden, 7.800 Anwohner mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen. Vor zwei Jahren mussten wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe rund 31.000 Menschen im hannoverschen Stadtteil Südstadt ihre Wohnungen zeitweise verlassen.

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Die von der Evakuierung betroffenen Straßen

Die Stadt Hannover hat eine Liste der Straßen veröffentlicht, die am 7. Mai wegen einer Bombenräumung evakuiert werden. Hier finden Sie die Liste als PDF zum Download. Download (44 KB)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.04.2017 | 12:00 Uhr

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