Stand: 20.03.2017 18:14 Uhr

"Die stärkste Geflügelpest aller Zeiten"

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FLI-Chef Thomas Mettenleiter warnt vor Entspannung: Die Geflügelpest grassiert weiter - auch in MV.

Die Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Forschungsinsel Riems haben am Montag ihre Einschätzung bekräftigt, dass die Gefahren durch die Geflügelpest weiterhin bestehen. Trotz sinkender Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern gebe es immer noch einen großen Bedarf für Sicherheitsmaßnahmen, so die Forscher.

Mettenleiter: Geflügelpest-Epidemie weiterhin gefährlich

Mit mehr als 1.000 Fällen bei Wildvögeln und über 80 Ausbrüchen in Geflügelbetrieben, privaten Haltungen und Tierparks sei es die bisher stärkste Geflügelpest, die in Deutschland je erfasst wurde, so der Präsident des Forschungsinstituts, Thomas Mettenleiter. Trotz der Lockerung der Stallpflicht riet er zu einer weiterhin erhöhten Sicherung der Bestände.

Putenhaltungen besonders schwer bedroht

Besonders der anhaltende Wildvogelzug könne das H5N8-Virus weiter ausbreiten. Ein zweiter Risikofaktor sei die sogenannte Biosicherheit, also die Sicherung der Ställe. Besonders bei Putenhaltungen bestehe ein hohes Infektionsrisiko, da die Tiere fast täglich neues Stroh brauchten. Das Stroh selbst, aber auch die Mitarbeiter und Fahrzeuge könnten den Erreger von außen in die Bestände einschleppen.

Checkliste soll Geflügelhaltern helfen

Mettenleiter stellte am Montag eine Checkliste für Geflügelhalter vor. Damit könnten Gefahrenquellen, wie fehlende Hygieneschleusen oder die Lüftungen, kontrolliert werden, hieß es. Nach Angaben der Forscher gebe es bisher noch keine Nachweise, dass der H5N8-Erreger auf den Menschen übertragbar ist. Zuletzt wurde das H5N8-Virus bei einem Wildvogel am 9. März nachgewiesen, also vor etwas mehr als einer Woche. In Geflügelbeständen gab es den letzten Fall von Geflügelpest am 3. März.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

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