Stand: 22.03.2017 06:24 Uhr

Vater soll Sohn und sich selbst vergiftet haben

Nach dem Fund der Leichen eines 53 Jahre alten Mannes und seines neunjähriges Sohnes im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort geht die Polizei von einer Beziehungstat aus. Demnach hat der Vater zunächst den Jungen und dann sich selbst getötet. Eine Obduktion habe ergeben, dass sowohl der Vater als auch der Sohn an einer Vergiftung starben, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag.

Todesanzeige.

Rothenburgsort: Vater und Sohn vergiftet

Hamburg Journal -

Der 53-Jährige und sein neun Jahre alter Sohn, die tot aufgefunden worden waren, starben an einer Vergiftung.

3,75 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Die Leichen hätten keine äußeren Verletzungen aufgewiesen. Die Art des Giftes sei noch unklar, sie hätten "irgendwas eingenommen", sagte die Sprecherin. Die Polizei geht von einem sogenannten erweiterten Suizid aus. Nach Informationen des Hamburg Journals im NDR Fernsehen wurden neben den Leichen Tabletten gefunden.

Vater und Mutter lebten getrennt

Die Eltern des Neunjährigen lebten den Angaben zufolge getrennt. Der Junge hatte das Wochenende bei dem Vater verbracht und sollte am Montag nach der Schule zur Mutter zurückkehren. Als er nicht wie vereinbart kam, erkundigte sich die Frau bei der Schule und erfuhr, dass ihr Sohn nicht zum Unterricht erschienen war. Daraufhin alarmierte sie die Polizei. Beamte seien zu der Wohnung in Rothenburgsort gefahren. Die Feuerwehr habe die Tür gewaltsam geöffnet. In der Wohnung fanden die Beamten die Leichen von Vater und Sohn. Die Mordkommission sicherte Spuren vor Ort.

Krisenteam betreut Angehörige

Hintergrund des Geschehens sei möglicherweise ein Sorgerechtsstreit, sagte die Polizeisprecherin. Es sei aber unklar, ob dieser Konflikt die Tat ausgelöst habe. Nachbarn sagten dem Hamburg Journal, dass Vater und Sohn ein sehr enges Verhältnis gehabt hätten. Der Mann soll seit Längerem unter einer schweren Krebserkrankung gelitten haben. Die Mutter habe zunächst nicht befragt werden können. Die Angehörigen wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut, wie NDR 90,3 berichtete.

Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte ein Mann in Wedel bei Hamburg eine ähnliche Tat verübt. Der 49-Jährige tötete erst seine 37-jährige Ehefrau sowie die beiden zwei und fünf Jahre alten Kinder und dann sich selbst. Dann stürzte er sich vom Dach eines mehrstöckigen Hauses. Als Auslöser der Gewalttat vermuteten die Ermittler damals eine möglicherweise bevorstehende Trennung des Paares.

Weitere Informationen

Suizidgedanken? Es gibt Auswege!

Denken Sie daran, sich das Leben zu nehmen? Es gibt viele Menschen, die ein offenes Ohr für Ihre Probleme haben. Hier finden Sie Links und Telefonnummern. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 21.03.2017 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:45 min

Bürgerschaft: Debatte über Verschleierung

29.03.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:18 min

Verein "FeuerKrebs" will Feuerwehrleuten helfen

29.03.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
01:45 min

Initiative sammelt Meinungen zum G20-Gipfel

29.03.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal