Stand: 20.03.2017 18:00 Uhr

Leben ohne Auto? Hamburg befragt Anwohner

Der Hamburger Modellversuch "firstmover" zum Abschaffen des eigenen Autos stößt bislang auf mäßiges Interesse. Die Verkehrsbehörde hat am Montag das Zwischenergebnis einer Anwohnerbefragung in Eimsbüttel und Ottensen vorgestellt. In diesen Stadtteilen suchen Bewohner häufig länger als 30 Minuten nach einem Parkplatz. Die Frage: Sind Hamburger in Quartieren mit extremem Parkplatzmangel bereit, auf ihr Privatauto zu verzichten - zugunsten von Carsharing?

Eine leere Straße auf der links und rechts Autos parken.

Studie in Hamburg: Aufs Auto verzichten?

Hamburg Journal 18.00 -

Rund ein Drittel der Autobesitzer in zwei innerstädtischen Quartieren können sich prinzipiell vorstellen auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten. Das ist das Ergebnis einer Studie.

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15 Personen haben zugesagt

563 Eimsbüttler und Ottensener wurden im Auftrag der Verkehrsbehörde befragt. Ein Drittel von ihnen käme für die Pilotstudie infrage - die Personen sagten von sich, sie kämen theoretisch auch ohne Auto aus. 80 von ihnen hat der zuständige Projektleiter von BMW, Thiemo Schalk, nun befragt. "Wir haben bis heute 15 Personen gefunden, die bisher zugesagt haben, ihr Auto abzuschaffen. Ich sehe das extrem positiv, weil die Menschen vorhaben, einen wirklich extrem großen Schritt zu gehen", so Schalk.

Parkplätze sollen erhalten bleiben

Dass 15 von mehreren Tausend Autobesitzern nicht eben viele sind, stört Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) nicht. Weitere würden folgen, wenn sie sähen, wie gut es bei ihren Nachbarn laufe, glaubt der Politiker. Auf keinen Fall wolle er Stellplätze vernichten - darum gehe es gar nicht, denn "Carsharing-Plätze sind auch Parkplätze. Es geht darum, den Parkdruck zu lindern. Dagegen können Autofahrer doch eigentlich nichts haben", sagte Rieckhof.

Keine Rabatte oder Ähnliches voergesehen

Wer sein Auto abschafft, bekommt aber keinen Rabatt fürs Carsharing. Der Vorteil sei ja, nicht mehr ewig einen Parkplatz zu suchen, sondern einen Leihwagen vor der Tür zu finden, so der Staatsrat - nicht nur in Ottensen und Eimsbüttel: "Wir wollen dieses Projekt testen. Und wenn es funktioniert, werden wir es sicherlich auf andere Stadtteile wie Altona, St. Pauli oder Harvestehude/Rotherbaum ausrollen."

Bis Anfang Mai soll die Umfrage ganz ausgewertet sein. Dann sollen Bezirkspolitiker entscheiden, wie viele neue Carsharing-Parkplätze entstehen.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2017 | 17:00 Uhr

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