Stand: 19.05.2017 14:02 Uhr

Foto-Verbot: Freibäder wollen strenger sein

von Niklas Schenck, NDR Info

Bilder und Filme sind mit dem Smartphone schnell gemacht - und unbemerkt dann auch in den sozialen Medien im Internet geteilt. In der Öffentlichkeit kann jeder zum Motiv und Opfer werden, wenn er heimlich fotografiert oder gefilmt wird. Aus diesem Grund wollen Betreiber von Freibädern im Norden die eigenen Hausregeln anpassen und stärker kontrollieren. Doch das ist gar nicht so einfach.

"Eine Handy-Kamera ist im Vergleich zu einer Spiegelreflex oder zu einem Fotoapparat, wie man ihn früher kannte, einfach wesentlich kleiner. Man kann es ziemlich gut tarnen und dann auch Fotos machen von Menschen, die das vielleicht nicht mitbekommen", sagt Michael Dietel vom Betreiber Bäderland. Diese Bilder seien danach genauso schnell geteilt - auf den Handys von Familie, Kollegen, Freunden oder in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook. Ohne Zustimmung ist das eine Rechtsverletzung, denn jeder Mensch hat ein Recht auf das eigene Bild.

Ein Aufkleber mit durchgestrichener Kamera klebt auf einem Smartphone.  Fotograf: Niklas Schenck

Mit einem Aufkleber gegen Handy-Aufnahmen

NDR Info -

Mehr Kontrolle, mehr Schutz: Schwimmbäder im Norden wollen beim Foto-Verbot strenger sein. Ein Handy-Aufkleber soll helfen.

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Viel Zustimmung für das Verbot

Piktogramm für die Anleitung, wie man einen sogenannten Handycam-Sticker verwenden soll. © Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH

Freibäder verbieten Handy-Bilder

NDR Info - Infoprogramm -

"Fotografieren verboten" heißt es in vielen Schwimmbädern Norddeutschlands. Einige wollen die Hausregeln jetzt strenger kontrollieren - manchmal mit einfachen Mitteln.

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In Hamburg gilt ein generelles Foto- und Film-Verbot nun seit einem halben Jahr in allen von Bäderland betriebenen Schwimmbädern. In der nun beginnenden Freibad-Saison soll ein Aufkleber auf dieses Verbot aufmerksam machen: Von Juni an muss jeder sich den kleinen runden Sticker, den es an der Kasse gibt, auf die Linse der Handy-Kamera kleben.

Die Freibad-Besucher im Hamburger Kaifu-Bad sind unsicher, ob der Sticker wirksamen Schutz bietet. Das Foto-Verbot begrüßen aber viele: "Ich finde das ausgezeichnet, ich möchte nicht im Bikini gefilmt oder fotografiert werden", sagt eine Frau bei einer kleinen Umfrage auf der Liegewiese. Und ein Mann ergänzt: "Man kann nicht beurteilen, sind das harmlose Familienbilder oder wird das irgendwie missbraucht." Andere Besucher finden das Verbot aber auch schade: "Wir sind jetzt auch mit dem Baby hier. Das ist dann schon ganz schön, wenn man auch ein Foto machen kann."

Einhaltung des Verbots ist kaum zu überprüfen

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Den Aufkleber gibt es oft am Eingang der Schwimmbäder. Manchmal wird er auch zusammen mit den Tickets ausgegeben.

Auf das Foto-Verbot wird inzwischen in vielen norddeutschen Schwimmbädern strenger hingewiesen. Es gilt zum Beispiel in Schleswig-Holstein in Grömitz, Bad Schwartau oder Pinneberg und in Mecklenburg-Vorpommern im Wonnemar-Bad in Wismar. Hier gibt es den Handy-Aufkleber gleich zum Eintrittsticket dazu.

Als erstes Schwimmbad in Deutschland hat die Salztherme in Lüneburg den Sticker eingeführt. Thermen-Chef Dirk Günther übernahm die Idee von Kollegen aus Liechtenstein und Österreich. Er sieht den Aufkleber vor allem als Hinweis, denn bei bis zu 2.000 Gästen am Tag sei das Verbot kaum zu überprüfen: "Selbst wenn ich meine Mitarbeiter dazu anhalten würde, die Gäste darauf hinzuweisen, dass sie ihr Smartphone nur zum Lesen oder Surfen im Internet verwenden sollen und nicht zum fotografieren: Kontrollieren kann ich das nicht. Und deswegen haben wir gesagt: Letztendlich ist das ein Statement von uns an den Gast, wie wir mit solchen Dingen umgehen und was wir von solchen Dingen halten."

Die wichtigste Aufgabe der Frauen und Männer am Beckenrand, sagt auch Bäderland-Vertreter Dietel in Hamburg, bleibe es weiterhin, auf die Sicherheit der Menschen im Wasser zu achten.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 19.05.2017 | 06:50 Uhr

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