Stand: 31.03.2017 13:18 Uhr

Babej transportiert ägyptische Kunst ins Heute

von Helmut Eickhoff

Im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum gibt es eine Weltpremiere zu sehen: Ägyptische Kunst - übersetzt in die Gegenwart. Der deutsch-amerikanische Künstler Marc Erwin Babej komponiert in "Yesterday - Tomorrow" Fotos, Schrift und Symbole neu. Dadurch entsteht eine moderne Form der Kunst des pharaonischen Ägyptens. Ein Besuch der Ausstellung, die bis Mitte September 2017 läuft.

Ein Paar sitzt an einem Tisch und schaut sich an. Sie hat einen Hund auf dem Schoß, er ein Kind. Darunter eine Reihe von Kriegern. Sie halten ägyptisch anmutende Waffen in den Händen, tragen aber Kleidung mit modernem Camouflage-Muster. Dazu Symbole und eine nicht einfach zu lesende Schrift. Es ist ein neuer Stil, in dem Marc Erwin Babej seine Reliefbilder gestaltet. Er hat dafür auch einen neuen Ausdruck - aspektivischen Realismus.

Antikes Ägypten in neuer Form gestaltet

Zusammenarbeit mit führenden Ägyptologen

Babej erläutert den Begriff: "Aspektivisch bedeutet, dass man in einer Figur mehrere Perspektiven darstellt. Also frontales Auge im alten Ägypten auf einem Profil des Kopfes." Die Bilder seien dadurch nicht nur eine Momentaufnahme, sondern könnten Prozesse darstellen - über den Moment hinaus, sagt Babej. Dazu integriert der Künstler auch Schrift in seine Werke. Die ist nicht sofort zu erkennen. Der Betrachter muss sie erst entziffern. Dieses Fremdartige korrespondiert gut mit seinem neuen Kunststil, findet Babej.

Alte Themen - immer noch aktuell

Der Künstler hat auch mit Ägyptologen zusammengearbeitet. Die Wissenschaftler haben konkret bei der Entstehung der Bilder mitgewirkt. Darunter auch drei Ägyptologen des Roemer- und Pelizaeus-Museums. Echte Ausstellungsstücke des Museums wurden aus unterschiedlichsten Perspektiven fotografiert. Marc Babej hat diese Aufnahmen in drei seiner Bilder eingearbeitet. Die Bilder greifen unterschiedliche Themen auf, die allesamt zeitlos sind. Ein wichtiger Punkt für Marc Babej: "Krieg und militärische Auseinandersetzungen, Indoktrination der Massen von Seiten des Staates: Es sind alles Themen, die heute noch aktuell sind und es damals auch waren."

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Die Ausstellung wird multimedial begleitet. Marc Babej hat eigens eine App entwickeln lassen, die den Audio-Guide ersetzen soll. Der Besucher lädt sich das Programm auf sein Smartphone. Wenn er es dann in Richtung eines Reliefbildes hält, erscheinen auf dem Display Details und Hinweise, erklärt die Mitarbeiterin des Künstlers Laura Lindermann: "Man bekommt mehr Informationen zu den Arbeiten, etwa, wer hat das Relief gemacht? Wie heißt das Relief? Und natürlich spezifische Informationen zu den Symbolen im Relief."

Die Ausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum läuft vom 30. März bis zum 17. September 2017. Direktorin Regine Schulz ist stolz, dass sich der Künstler Hildesheim für die Premiere ausgesucht hat: "Der Grund, warum Marc Babej hier seine Weltpremiere feiert, ist, dass er als kleiner Junge mal hier war und die Ägyptenausstellung toll fand."

Babej transportiert ägyptische Kunst ins Heute

Marc Babej komponiert Fotos, Schrift und Symbole zu einer modernen Form der Kunst des pharaonischen Ägyptens - zu sehen in der Ausstellung "Yesterday Tomorrow" in Hildesheim.

Datum:
Ende:
Ort:
Roemer- und Pelizaeus-Museum
Am Steine 1-2
31134  Hildesheim
Telefon:
(05121) 93 69-0
E-Mail:
info@rpmuseum.de
Preis:
10, ermäßigt 8 Euro, Kinder 5 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr,
auch an Ostern und Pfingsten
Kartenverkauf:
im Museum
Hinweis:
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 29.03.2017 | 17:40 Uhr

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